denken in der bewegung anstelle von aporie
March 12th, 2010zur projektwebseite gehts hier und der zugehörige kommentar bei telepolis befindet sich hier.
ich wollte ja arbeiten… und eine collage machen … aber dann hab ich das hier gefunden …
March 4th, 2010
der spiegel schreibt so schön – die märkte sind unruhig!
March 3rd, 2010wie eingangs erwähnt, der spiegel schreibt’s so schön. er beschreibt so schön die vertrackt verkackte sache mit dem verschuldeten griechenland.
damit man die schulden des landes retten kann, muss aber natürlich auch die bevölkerung mitmachen.
kurz um:
“Löhne werden gekürzt, Steuern raufgesetzt, die Preise für Benzin steigen”
nun warum?
“Merkel und die Koalition wissen: Es geht um viel mehr als um Griechenland – um die Stabilität des Euro.”
schon klar.
das schluckt man so, es ist ja schliesslich der euro.
aber man muss sich das dann zwischendurch schon mal wieder bewusst machen. wir verheizen hier zu geld geronnene lebenszeit, millionenfach. die der griechen und unsere natürlich auch, denn irgendjemand muss die zinsen ja bezahlen, für die kredite, die wir dann vergeben (damit die deutschen banken nicht doch noch daran zu grunde gehen).
lebenszeit – das kostbarste geschenk von allen – die dann mit arbeit verbracht werden muss. arbeit aber nicht im sinne von subsistenz, arbeit im sinn von vernichtung von lebenszeit, arbeiten für die steuern, höhere benzinpreise und zum ausgleich fallender löhne.
arbeiten damit etwas weiter existiert: ein begriff, ein system, eine idee: in diesem fall ist es der euro.
obs faschismus ist?
is mir egal!
nennt es wie ihr wollt.
aber ein wahnsystem, das ist es ebenso.
und es kostet leben.
eine lanze für den widerstand
February 28th, 2010werbeblock // commercial
February 22nd, 2010Bitte beachten Sie, für den Inhalt und die Gestaltung der Spots sind die Parteien selbst verantwortlich.
unmotivierte muscheln
February 21st, 2010
gänzlich unmotiviert collagierte ich ein paar muscheln die ich auf einer meiner zahlreichen festplatten gefunden hatte. von genialem design oder ausgewogener komposition konnte man hier nun wirklich nicht sprechen. ästhetisch langweilig, in bezug auf die aussage im besten fall unbedeutend und null evidenz, so fasste ich für mich das ergebnis zusammen.
aber – und das machte mir für einen moment hoffnung – es würde zumindest nicht das schweine-system stützen. wieder einmal war es mir gelungen mich für wenigstens 10 minuten nicht schuldig zu machen.
Serdar Somuncu möchte dein Freund werden
February 21st, 2010Captain Kirk has taken too much fucking LSD
February 19th, 2010the vernissage show
February 5th, 2010
der heute ausstellende künstler hatte mit hilfe des photoshop-werkzeugs “stempel” irgendwas wirklich beeindruckend schräges mit dem raum und der wirklichkeit angestellt. die wände waren eigenartig verschoben und verschlungen, ganz als hätte der künstler den raum komplett aufgelöst. leider schaute niemand aus dem anwesenden publikum hin, dem ein oder anderen hätte es mit sicherheit die sprache verschlagen.
doch für diese optischen spielereien hatte keiner der zahlreichen gäste derzeit einen blick. wie sollten sie die qualität der arbeit bewerten solange die unterlagen nicht da waren.
“wo hat dieser idiot nur seine gottverdammte scheiss vita?” dachte jessica montana, die galeristin.
sie war wie immer in solchen momenten unglaublich nervös und musste ständig aufs klo.
endlich tauchte ralph, ihr neuer praktikant, mit seiner aktentasche auf. siegesgewiss riss er die arme hoch.
“ich hab sie!” rief er stolz und überglücklich.
“hier in der tasche ist alles was ihr braucht. die party kann los gehen.”
die gäste applaudierten und jessica atmete auf, der abend war gerettet. vorsichtig stakste siein richtung toilette. einmal stieß sie gegen die vom künstler bearbeitete wand und wunderte sich über das eigenartige erscheinungsbild. leider konnte sie unter ihrer maske aber so gut wie nichts erkennen und tastete sich dann doch schnell weiter zum klo.
real,-
February 5th, 2010everything is everything
February 4th, 2010red flag vs green flag – the new strategy
February 3rd, 2010
“meine güte wenn ich noch einen latte macchiato trinken muss, kotze ich direkt auf diesen tisch.” dachte sich sabine während sie stoisch lächelnd an ihrem glas nippte.
das meeting dauerte nun schon über 3 stunden und ein ergebnis war nicht in sicht. trotz intensiver marktfoschung war nicht abzusehen welches schirmchen wohl die schönere linie ergeben würde.
gegen 21.30 uhr öffnete claudia wagenburg mit eimer und putzzeug die tür zum besprechungsraum.
“bitte nicht jetzt, kommen sie in einer stunde noch mal vorbei. wir brauchen hier noch etwas zeit für unsere entscheidung.”
mit einem dezenten nicken schloss claudia die türe, nicht ohne den riesigen latte macchiato auf dem tisch zu bemerken. seit dem man sie und ihre kollegen in der zeitarbeitsfirma auf kurzzeit gesetzt hatte, waren solche dinge endgültig aus ihrem leben verschwunden.
“aber vielleicht habe ich ja heute einmal glück und sie schütten die getränke nach dem meeting nicht weg. dann gönn ich mir auch mal etwas luxus.” dachte sie bei sich während sie auf der treppenstufe platznahm um das ende der besprechung abzuwarten.
commercial // werbung
February 1st, 2010office hour für die kunst
January 30th, 2010
es war schon relativ spät, dominique war abgespannt und müde von der arbeit. er hatte heute über hundert steil ansteigende linien in diversen farbtönen gemalt und nun kam auch noch glasermeister vom vertrieb vorbei. er benötige unglaublich dringend noch eine linie für die präsentation am nächsten morgen, davon hinge das wohl der abteilung mit all den arbeitsplätzen ab.
dominique glaubte den unfug schon lange nicht mehr, er war künstler er hatte sich sein leben lang mit linien beschäftigt. er wusst was diese zu bedeuten hatten. er wusste um aus einer absteigenden eine aufsteigende linie zu machen, musst man eigentlich nur das baltt drehen. aber diesen trick behielt es für sich, das gehalt hier war dann doch zu gut um es drauf ankommen zu lasssen.
und wer weiß ob die scharfe claudia auch in zukuft auf ihnen warten würde, sollte er mal nicht mehr so viel geld verdienen.
er warf ihr einen kurzen blick zu und war sich da nicht so sicher.
also malte er glasermeister seine linie.
grüße vom wanderprediger
January 22nd, 2010crying crisis
January 19th, 2010
die bewohner der nordhalbkugel hatten nun seit über 3 monaten keine sonne mehr bekommen. regen, schneematsch und kälte wurden zum ungefälligen begleiter der massen.
so musste die rückkehr der anwesenheit der krise nicht weiter wundern. alles wartete auf den frühling, mit seinen bunt wachsenden zertifikaten und den steigenden dax-kurse.
brechungen ohne expansion
January 9th, 2010everything is true!
January 4th, 2010some x.mas-fun
December 24th, 2009
wie jedes jahr am 24. dezember trank jesus zuviel schlechten fusel. schnappte sich dann, wenn er so richtig zugesoffen war, sein lieblingsschnellfeuergewehr und ging runter in den keller. dort wollte er einfach ‘etwas x-mas-fun’ haben, wie er es gerne ausdrückte.
Immanuel Wallerstein on the end of Capitalism on Pussyimploder
October 8th, 2009prototyp und investoren
September 12th, 2009
der pussyimploder hatte eine beträchtliche summer an fördergelder aus dem eu-topf zur förderungen regenerativer energien locker machen können und so wurde schnell ein prototyp entwickelt. natürlich gab es noch zahlreiche probleme zu bewältigen, bevor das produkt serienreife erlangen würde.
aber die investoren schienen von der präsentation überzeugt. der pussyimploder war zuversichtlich ein weiteres beträchtliches sümmchen venture capital über jack pockawatch vom international tech hedge font einstreichen zu können.
ca 10 mio waren wohl noch nötig. man würde noch ein oder zwei schläuche im baumarkt besorgen müssen. aber vor allem die entwicklung der entsprechenden eu-verordnung, die den erfolg des produkts erst garantieren würde, würde ein kleines vermögen verschlingen. doch das war es wert. die aussicht alle kühe der union mit dem produkt auszustatten war musik in den ohren der investoren.
endlich! alle sorgen los
September 3rd, 2009die letzten wochen waren furchtbar. wie sollte er nur diese verdammte wirtschaftskrise überstehen, fragte sich der pussyimploder. die jobs wurden von monat zu monat knapper, doch die kosten blieben gleich. man war ausgeraubt worden und revolution war keine in sicht. die schlacht schien geschlagen, und doch hatte der krieg noch nicht einmal begonnen.
aber all das war letztlich egal, solange sich die mahnungen auf dem küchentisch stapelten. resignation und verzweiflung hatte sich beim pussyimploder breit gemacht.
doch dann kam ihm die zündende idee. “wir müssen die dinge selber in die hand nehmen. selbstorganisation und erfindergeist, nur so können wir überleben.”
voller hoffnung blickte er auf die fertigungsskizze nach dem er sie beendet hatte. eigentlich verrückt, dass vor ihm noch niemand drauf gekommen war. wieviel fürze waren in all den jahren sinnlos verpufft und als wertvolle ressource verschwendet worden. doch das war nun vorbei.
er würde endlich reich werden, dachte er sich.

der könig ist tot! es lebe der könig!
August 22nd, 2009
michael war vielleicht ein freak, aber er war nicht doof. ganz abgesehen davon war er einfach schon zu lange im geschäft um die zeichen übersehen zu können. es sah nicht gut für ihn aus, das war ihm klar.
und so wusste michael sofort wie er das gemeinsame zuwinken von barack obama und seiner frau und den kindern zu deuten hatte.
der jahrezehnte alte, geheime wettstreit zwischen barack und michael war entschieden: barack war nun der neue king of pop und beide wussten, es konnte nur einen geben.
deshalb war michael natürlich auch keineswegs überrascht als die special ops auf neverland landeten um ihn auszuschalten. doch der frühere king of pop war barack wieder einmal zuvor gekommen: mit einem poppigen, bunten tablettencocktail hatte er sich verabschiedet. als die navy seals michaels sterbliche überreste fanden war thriller schon zum dritten mal durchgelaufen.
… hätte geschossen!
August 17th, 2009erleichterung!
August 10th, 2009
die menschen waren erleichtert. monatelang hatten sie sich große sorgen gemacht wie es weiter gehen sollte, viele waren völlig verunsichert. denn auch wenn es keiner laut sagen wollte, ‘die da oben’ hatten sich wieder mal die taschen vollgesteckt und wie so oft würde der kleine mann die zeche bezahlen müssen. es war doch immer das gleiche!
die verunsicherung ging teilweise sogar soweit, dass einige bürger – von den umständen offensichtlich völlig überfordert – begannen die soziale marktwirtschaft in frage zu stellen.
es musste dringend etwas geschehen.
und so hatte man damit begonnen, den menschen über die großen tv-stationen und zeitungen nach rechts ansteigende gezackte linien zu zeigen. und in der tat begannen die menschen nach und nach wieder mut zu fassen. obwohl viele von ihnen nach wie vor unsicher waren: stand das grün der linie nun für hoffnung oder war es eventuell auch ein zeichen für die neue nachhaltige klimapolitik der kanzlerin?
Verbraucher verängstigt trotz steigendem GfK-Konsumklimaindex?
August 6th, 2009Sowohl GfK-Konsumklimaindex, Markit-Einkaufsmanagerindex und der Ifo-Index waren in den vergangen Monaten konstant angestiegen. Die Frühindikatoren und der Hochsommer sorgten für tolle Stimmung bei den Eliten, doch selbst Knappfeld bemerkte, irgendetwas stimmte in letzter Zeit nicht mit der Wirklichkeit.
Nicht nur dass sein rechtes Auge schon den ganzen Morgen hinter der Sonnebrille wie wild zuckte, nein, da war noch etwas anderes.
Knappfeld stieg aus dem Wagen aus und brüllte im weitergehen “Stegmeier, was ist da jetzt schon wieder los? Alle sind bester Partylaune, aber die Scheisskunden zicken wieder rum. Gehen sie doch mal Nachsehen.”
Stegmeier nickte, nahm den letzten Schluck Latte Macchiato und packte seinen Gummiknüppel. Dann marschierte er los.
Frank Sargnagel (41, Seniorconsultant bei KPMG, 95.000 Euro Brutto + Erfolgsbonus, 2 Kinder, Einfamilienhaus, Darmkrebs von dem er nichts weiß ) war die ganze Fahrt über still geblieben, doch jetzt da Stegmeier weg war, meldete er sich zu Wort “Herr Knappfeld, eine Anmerkung. Ich meine, … Sie wissen wir sind auf der gleichen Seite und alles hat ja seine Richtigkeit, nicht dass sie mich falsch verstehen… “.
“Sargnagel komm zur Sache” unterbrach Knappfeld ihn kühl, Sargnagel nickte.
“Also ich frage mich halt manchmal ob die 2 Billionen die wir ihnen abgeknöpft haben, nicht eventuell doch etwas viel waren…”
Knappfeld blickte Sargnagel für einige Sekunden stumm an. Seine rechtes Auge begann wieder hinter der Sonnenbrille zu zucken, heftiger als zuvor. Er versucht das zu ignorieren, ließ sich natürlich nichts anmerken.
“Sargnagel?”
“Ja Herr Knappfeld?”
“Was hast du da im Arm?” fragte Knappfeld mit ruhiger Stimme.
“Mein Gummiboot, Herr Knappfeld.”
“Und woher hast du das, Sargnagel?” … es entstand eine kurze Pause, Sargnagel dachte nach, natürlich wusste er worauf Knappfeld hinauswollte. Dann antwortete er langsam mit einem versöhnlichen Lächeln. “Von … ihnen Herr Knappfeld…”.
Knappfeld lächelte, drehte sich wortlos um und ging in die Firmenzentrale.
Sargnagel drückte das Gummiboot fest an sich und folgte seinem Auftraggeber.
Eine halbe Stunde später telefonierten Stegmeier und Knappfeld über Handy.
“Die Kunden scheinen ziemlich ängstlich und völlig verunsichert. Ich habe mit einigen gesprochen. Sie haben mir alle versichert sie würden sich über die positiven Frühindikatoren genauso freuen wie wir, aber sie wären sich trotzdem nicht sicher.”
“Sicher mit was?” schnauzte Knappfeld barsch in sein Iphone.
“Das wussten sie selber nicht so genau… sie seien eben völlig verunsichert und wüssten nicht ob Shopping wirklich immer die beste Lösung sei.” antwortete Stegmeier ratlos.
“Das versteh ich jetzt nicht.” antwortete Knappfeld mit einem etwas konstanierten Unterton.
“Shopping nicht die beste Lösung… was ist das denn für eine gequirlte Scheisse … wie meinen die das denn… was um Himmelswillen sollen diese minderbemittelten Trottel denn sonst den ganzen Tag machen?”
“Also ich weiß es doch auch nicht Chef. Bin da genauso ratlos.”
Knappfeld beendete das Gespräch kommentarlos und wählte erneut.
“Frau Schniegen, geben Sie mir mal unseren Lobbyisten in Berlin und danach die Marketingabteilung. Und zwar etwas zügig bitte.”
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August 5th, 2009eva van der leyen war so stolz
August 4th, 2009
eva war verdammt stolz auf sich. gut, sie war nie die hellste und das wusste sie insgeheim natürlich auch. in der schule wurde sie immer “die doofe uschi” genannt, das war nicht sehr lustig und tat schon etwas weh. sie erinnerte sich nicht sehr gerne daran.
aber jetzt war sie familienministerin. wenn sie nun noch jemand “doofe uschi” nennen würde gäbe es aber mächtigen ärger.
glücklicherweise war sie auch noch rechtzeitig der cdu beigetreten und nicht den dämlichen sozialdemokraten. “bei der spd sind die leute ja immer sehr kritisch” dachte sie sich “aber als cdu-ministerin für familie kann man machen was man will, und kein schwein interessiert sich dafür.” gluckste sie in ihr mikrofon.
und genau das tat sie auch.
es war mal wieder ein super abend, auch wenn sie, wie so oft, völlig allein war. aber sie hatte sich daran gewöhnt von allen nur belächelt zu werden. das machte ihr schon gar nichts mehr aus. wenn es aber mal wieder zu schlimm werden würde mit der einsamkeit, dann würde sie einfach noch ein baby machen. schliesslich war sie familien- und karriereministerin, eine echte powerfrau eben.
heute abend aber war mal wieder etwas besonderes geplant. sie hatte sich in dem rechenzentrum eingeschlossen in dem sich auch das internet befand, ein bka-mann hatte es ihr gezeigt.
sie fühlte sich unbehaglich inmitten dieser perversencommunity, es war an der zeit hier mal richtig aufzuräumen. dafür braucht es eine frau mit prinzipien, das war ihr bewusst. sie musste stark sein.
doch sie war hier um sich etwas entspannung zu gönnen. heute wollte sie sich verwöhnen.
und so nahm sie etwas nervös, aber auch leicht erregt vor dem mikrofon platz. in ihrere fantasie ließ sie den film ablaufen den sie schon so gut kannte und der ihr stets so große freude bereitete.
… kalte bunkerwände, draußen dumpfer kriegslärm, der russe hatte berlin fast eingenommen, es herrscht eine düstere stimmung im führerbunker. selbst blondi spürte den aufziehenden ärger. doch für ursula ist es der schönste moment ihres lebens. mit großen augen blickt sie zu dem ausgeschnittene führerportrait auf. sie schluckt einmal, atmetet tief durch. dann ruft sie freudig erregt ins mikrofon. “adolf, liebster führer, willst du mich eva heiraten.” hallte es in ohrenbetäubender lautstärke über die 50.000 watt-anlage, die sie hatte bereitstellen lassen.
doch es war immer das gleiche. kurz bevor sie endlich zum orgasmus kommen würde, fiel ihr wie jedesmal diese verdammte fliegerbombe der amerikaner auf den kopf.
“wie damals in der schule” dachte sie.
