the vernissage show

der heute ausstellende künstler hatte mit hilfe des photoshop-werkzeugs “stempel” irgendwas echt schräges mit der wirklichkeit angestellt. die wände waren eigenartig verschoben und verschlungen, ganz als hätte der künstler den raum komplett aufgelöst. leider schaute niemand aus dem anwesenden publikum hin, dem ein oder anderen hätte es mit sicherheit die sprache verschlagen.
doch für diese optischen spielereien hatte keiner der zahlreichen gäste derzeit einen blick. wie sollten sie die qualität der arbeit bewerten solange die unterlagen nicht da waren.
“wo hat dieser idiot nur seine gottverdammte scheiss vita?” dachte jessica montana, die galeristin.
sie war wie immer in solch brenzligen momenten unglaublich nervös und musste ständig aufs klo.
endlich tauchte ralph, ihr neuer praktikant, mit seiner aktentasche auf. siegesgewiss riss er die arme hoch.
“ich hab sie!” rief er stolz und überglücklich.
“hier in der tasche ist alles was ihr braucht. die party kann los gehen.”
die gäste applaudierten und jessica atmete auf, der abend war gerettet. vorsichtig stakste sie mit gekreuzten beinen richtung toilette. einmal stieß sie gegen die vom künstler bearbeitete wand und wunderte sich über das eigenartige erscheinungsbild. leider konnte sie unter der darth vader maske aber fast nichts erkennen und tastete sich dann doch schnell weiter zum klo.

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