die neue strategie
natürlich waren alle zuerst skeptisch als es hieß karl theodor würde die neue strategie für den onlinewahlkampf 2009 vorstellen.
annette raunzte der klimakanzlerin zu “onlineinternet? hat der denn davon ahnung, angie?”. “ahnung? diese flachpfeife? ich bitte dich. der kann einen laptop nicht von nem dax-konzern unterscheiden. aber er schaut immer so ernst und intelligent und wirkt dabei so jungdynamisch. das sind echte kernkompetenzen, sowas gibts heute ja auch nicht mehr all zu oft.” antwortete angela, seufzte und beobachtete dabei ihren kriegsminister beim telefonieren mit kunduz.
“also meine damen und herren” begann karl theodor von und zu gutenberg “wie bereits angekündigt habe ich mir ein paar gedanken über unsere onlinestrategie gemacht. das wird ja zunehmend wichtiger um die jungen community-bewohner zu erreichen und dort abzuholen. auch wenn die meisten dieser wähler ja leider recht unterbelichtet sind.”
“sind sie das nicht alle?!” unterbrach angela und lachte lautstark auf, alle außer ursula stimmten in das gelächter ein.
“pädokriminelle verbrecher sind das!” schrie ursula dazwischen. “unfassbare perverse mit hang zu brutalstem kinderfoltersex und noch schlimmeren. ich halte das für einen schweren fehler, angela”.
die blicke richteten sich auf ursula van der leyen, die mit verbissenem blick und stolzgeschwellter brust in der ecke stand. “ach halt doch dein dummes maul, ursula.” rief brigitte lakonisch.

karl theodor kam etwas aus dem konzept “also, meine damen, wenn ich um ruhe bitten dürfte…” kam jedoch nicht weit, denn ursula unterbrach ihn mit einem lauten “ich rede wann ich will, online-arschloch! schliesslich habe ich 6 kinder auf die welt gebracht und mache karriere.”
die runde verdrehte genervt die augen “geht das jetzt wieder los, ursula?” warf die kanzlerin ein. ursula blickte die klimakanzlerin mit eiskaltem blick an, schwieg aber. “karl theodor, wenn du bitte fort fahren würdest.” sprach die klimakanzlerin etwas entnervt.
“sehr gerne.” karl theodor räusperte sich kurz “also unsere onlinestrategie … ich habe mir dazu diesen laptop besorgt.” karl theodor präsentiert das gerät “und ihn auch gleich ans internet anschliessen lassen.” er blickte stolz in die runde.
“ich habe dann auch sofort mit dem recherchieren begonnen. was allerdings seltsam war, ich konnte praktisch keine seite aufrufen. immer wenn ich etwas gesucht habe, kam danach eine seite mit einem stopschild.”
die runde blickte sich peinlich berührt an, betretene blicke wanderten zu ursula, dann zu brigitte, dann zur klimakanzlerin.
jung telefonierte “ja, panzer… ja… ja immer drauf halten. ach der taliban ist ein arsch. keine sorge um diese primitiven untermenschen. macht die mal richtig platt. die sollen da unten mal sehen was deutsche wertarbeit ist. … letztlich ist das auch noch gut für den export… ja… hahahah.“
ansonsten schweigen im raum.
“ähm. ja karl theodor. das ist ja seltsam… aber … und wie gehts weiter?”
der wirtschaftsminister blickte dramatisch in die runde, “davon habe ich mich natürlich nicht abschrecken lassen” sprach er, erhob sich ging zur rückwand des raums und zog die vorhänge zur seite. nach einer kurzen pause fuhr er fort. “da bin ich natürlich sofort mit all meinen akten in den flieger gestiegen und habe diese papierrollen bestellt. 1000 tonnen, insgesamt 100 km.” “ja und?” fragte die klimakanzlerin wenig beeindruckt.
“da drucken wir die onlinecommunities im internet jetzt alle drauf. also dieses twitter und facebook, studivz, google und youtube und wie das eben alles heißt in der community.”
karl theodor blickte ernst in die runde. niemand reagiert, unbeirrt fuhr er fort “das verteilen wir dann in ganz deutschland. praktikanten gibts genug, die sind doch froh wenn sie überhaupt arbeiten dürfen.” annette nickte zustimmend.
es entstand eine längere pause, niemand wusste so richtig etwas zu sagen.
“mein gott das ist ja wie bei opel.” flüsterte brigitte.
die anderen überhörten den kommentar.
dann sprach die kanzlerin ihr machtwort “ja. also ich finde das klingt doch schon mal ganz gut. ich würde vorschlagen wir machen das so.” über karl theodors ernstes gesicht huschte ein lächeln.
“ich muss jetzt aber auch los” sprach angela weiter “mittagessen mit dem alten fettsack. das trifft sich aber ganz gut, da kann ich mit dem gleich mal über die finanzierung sprechen. der wolfgang sagt es gäbe keine koffer mehr in lichtenstein. aber ich persönlich glaube das unserem werten herrn innenminister ja nicht.”
die klimakanzlerin stand auf und ging richtung tür, drehte sich noch einmal kurz um “karl theodor, du regelst das bitte alles, ja.” “selbstverständlich angela” strahlte karl theodor.
während ursula noch überlegte wie sie die kinder vor diesen gräßlichen papierbergen schützen könnte, setzte der kriegsminister sein telefonat fort “ja… onlinewahlkampf … hahahah… ja das wird ne ganz tolle nummer…. klar können wir da auch die bundeswehr einbeziehen… twitter?… ja natürlich wenn sie meinen. ich twitter ihnen das gerne … wichtig ist nur, dass sie da unten alles platt machen. es geht um die sicherheit deutschlands… ach. ja… das wissen sie ja…. hahahhaha.“
auf einmal fiel brigitte ein, dass sie doch eigentlich sozialdemokratin ist. schnell verliess sie den raum. hatte ja auch zum glück sonst niemand bemerkt.

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