Tearing Rip1 Upload
February 6th, 2010the vernissage show
February 5th, 2010
der heute ausstellende künstler hatte mit hilfe des photoshop-werkzeugs “stempel” irgendwas echt schräges mit der wirklichkeit angestellt. die wände waren eigenartig verschoben und verschlungen, ganz als hätte der künstler den raum komplett aufgelöst. leider schaute niemand aus dem anwesenden publikum hin, dem ein oder anderen hätte es mit sicherheit die sprache verschlagen.
doch für diese optischen spielereien hatte keiner der zahlreichen gäste derzeit einen blick. wie sollten sie die qualität der arbeit bewerten solange die unterlagen nicht da waren.
“wo hat dieser idiot nur seine gottverdammte scheiss vita?” dachte jessica montana, die galeristin.
sie war wie immer in solch brenzligen momenten unglaublich nervös und musste ständig aufs klo.
endlich tauchte ralph, ihr neuer praktikant, mit seiner aktentasche auf. siegesgewiss riss er die arme hoch.
“ich hab sie!” rief er stolz und überglücklich.
“hier in der tasche ist alles was ihr braucht. die party kann los gehen.”
die gäste applaudierten und jessica atmete auf, der abend war gerettet. vorsichtig stakste sie mit gekreuzten beinen richtung toilette. einmal stieß sie gegen die vom künstler bearbeitete wand und wunderte sich über das eigenartige erscheinungsbild. leider konnte sie unter der darth vader maske aber fast nichts erkennen und tastete sich dann doch schnell weiter zum klo.
real,-
February 5th, 2010everything is everything
February 4th, 2010red flag vs green flag - the new strategy
February 3rd, 2010
“meine güte wenn ich noch einen latte macchiato trinken muss, kotze ich direkt auf diesen tisch.” dachte sich sabine während sie stoisch lächelnd an ihrem glas nippte.
das meeting dauerte nun schon über 3 stunden und ein ergebnis war nicht in sicht. trotz intensiver marktfoschung war nicht abzusehen welches schirmchen wohl die schönere linie ergeben würde.
gegen 21.30 uhr öffnete claudia wagenburg mit eimer und putzzeug die tür zum besprechungsraum.
“bitte nicht jetzt, kommen sie in einer stunde noch mal vorbei. wir brauchen hier noch etwas zeit für unsere entscheidung.”
mit einem dezenten nicken schloss claudia die türe, nicht ohne den riesigen latte macchiato auf dem tisch zu bemerken. seit dem man sie und ihre kollegen in der zeitarbeitsfirma auf kurzzeit gesetzt hatte, waren solche dinge endgültig aus ihrem leben verschwunden.
“aber vielleicht habe ich ja heute einmal glück und sie schütten die getränke nach dem meeting nicht weg. dann gönn ich mir auch mal etwas luxus.” dachte sie bei sich während sie auf der treppenstufe platznahm um das ende der besprechung abzuwarten.
office hour für die kunst
January 30th, 2010
es war schon relativ spät, dominique war abgespannt und müde von der arbeit. er hatte heute über hundert steil ansteigende linien in diversen farbtönen gemalt und nun kam auch noch glasermeister vom vertrieb vorbei. er benötige unglaublich dringend noch eine linie für die präsentation am nächsten morgen, davon hinge das wohl der abteilung mit all den arbeitsplätzen ab.
dominique glaubte den unfug schon lange nicht mehr, er war künstler er hatte sich sein leben lang mit linien beschäftigt. er wusst was diese zu bedeuten hatten. er wusste um aus einer absteigenden eine aufsteigende linie zu machen, musst man eigentlich nur das baltt drehen. aber diesen trick behielt es für sich, das gehalt hier war dann doch zu gut um es drauf ankommen zu lasssen.
und wer weiß ob die scharfe claudia auch in zukuft auf ihnen warten würde, sollte er mal nicht mehr so viel geld verdienen.
er warf ihr einen kurzen blick zu und war sich da nicht so sicher.
also malte er glasermeister seine linie.
grüße vom wanderprediger
January 22nd, 2010crying crisis
January 19th, 2010
die bewohner der nordhalbkugel hatten nun seit über 3 monaten keine sonne mehr bekommen. regen, schneematsch und kälte wurden zum ungefälligen begleiter der massen.
so musste die rückkehr der anwesenheit der krise nicht weiter wundern. alles wartete auf den frühling, mit seinen bunt wachsenden zertifikaten und den steigenden dax-kurse.
brechungen ohne expansion
January 9th, 2010everything is true!
January 4th, 2010some x.mas-fun
December 24th, 2009
wie jedes jahr am 24. dezember trank jesus zuviel schlechten fusel. schnappte sich dann, wenn er so richtig zugesoffen war, sein lieblingsschnellfeuergewehr und ging runter in den keller. dort wollte er einfach ‘etwas x-mas-fun’ haben, wie er es gerne ausdrückte.
Immanuel Wallerstein on the end of Capitalism on Pussyimploder
October 8th, 2009prototyp und investoren
September 12th, 2009
der pussyimploder hatte eine beträchtliche summer an fördergelder aus dem eu-topf zur förderungen regenerativer energien locker machen können und so wurde schnell ein prototyp entwickelt. natürlich gab es noch zahlreiche probleme zu bewältigen, bevor das produkt serienreife erlangen würde.
aber die investoren schienen von der präsentation überzeugt. der pussyimploder war zuversichtlich ein weiteres beträchtliches sümmchen venture capital über jack pockawatch vom international tech hedge font einstreichen zu können.
ca 10 mio waren wohl noch nötig. man würde noch ein oder zwei schläuche im baumarkt besorgen müssen. aber vor allem die entwicklung der entsprechenden eu-verordnung, die den erfolg des produkts erst garantieren würde, würde ein kleines vermögen verschlingen. doch das war es wert. die aussicht alle kühe der union mit dem produkt auszustatten war musik in den ohren der investoren.
endlich! alle sorgen los
September 3rd, 2009die letzten wochen waren furchtbar. wie sollte er nur diese verdammte wirtschaftskrise überstehen, fragte sich der pussyimploder. die jobs wurden von monat zu monat knapper, doch die kosten blieben gleich. man war ausgeraubt worden und revolution war keine in sicht. die schlacht schien geschlagen, und doch hatte der krieg noch nicht einmal begonnen.
aber all das war letztlich egal, solange sich die mahnungen auf dem küchentisch stapelten. resignation und verzweiflung hatte sich beim pussyimploder breit gemacht.
doch dann kam ihm die zündende idee. “wir müssen die dinge selber in die hand nehmen. selbstorganisation und erfindergeist, nur so können wir überleben.”
voller hoffnung blickte er auf die fertigungsskizze nach dem er sie beendet hatte. eigentlich verrückt, dass vor ihm noch niemand drauf gekommen war. wieviel fürze waren in all den jahren sinnlos verpufft und als wertvolle ressource verschwendet worden. doch das war nun vorbei.
er würde endlich reich werden, dachte er sich.

der könig ist tot! es lebe der könig!
August 22nd, 2009
michael war vielleicht ein freak, aber er war nicht doof. ganz abgesehen davon war er einfach schon zu lange im geschäft um die zeichen übersehen zu können. es sah nicht gut für ihn aus, das war ihm klar.
und so wusste michael sofort wie er das gemeinsame zuwinken von barack obama und seiner frau und den kindern zu deuten hatte.
der jahrezehnte alte, geheime wettstreit zwischen barack und michael war entschieden: barack war nun der neue king of pop und beide wussten, es konnte nur einen geben.
deshalb war michael natürlich auch keineswegs überrascht als die special ops auf neverland landeten um ihn auszuschalten. doch der frühere king of pop war barack wieder einmal zuvor gekommen: mit einem poppigen, bunten tablettencocktail hatte er sich verabschiedet. als die navy seals michaels sterbliche überreste fanden war thriller schon zum dritten mal durchgelaufen.
… hätte geschossen!
August 17th, 2009erleichterung!
August 10th, 2009
die menschen waren erleichtert. monatelang hatten sie sich große sorgen gemacht wie es weiter gehen sollte, viele waren völlig verunsichert. denn auch wenn es keiner laut sagen wollte, ‘die da oben’ hatten sich wieder mal die taschen vollgesteckt und wie so oft würde der kleine mann die zeche bezahlen müssen. es war doch immer das gleiche!
die verunsicherung ging teilweise sogar soweit, dass einige bürger - von den umständen offensichtlich völlig überfordert - begannen die soziale marktwirtschaft in frage zu stellen.
es musste dringend etwas geschehen.
und so hatte man damit begonnen, den menschen über die großen tv-stationen und zeitungen nach rechts ansteigende gezackte linien zu zeigen. und in der tat begannen die menschen nach und nach wieder mut zu fassen. obwohl viele von ihnen nach wie vor unsicher waren: stand das grün der linie nun für hoffnung oder war es eventuell auch ein zeichen für die neue nachhaltige klimapolitik der kanzlerin?
Verbraucher verängstigt trotz steigendem GfK-Konsumklimaindex?
August 6th, 2009Sowohl GfK-Konsumklimaindex, Markit-Einkaufsmanagerindex und der Ifo-Index waren in den vergangen Monaten konstant angestiegen. Die Frühindikatoren und der Hochsommer sorgten für tolle Stimmung bei den Eliten, doch selbst Knappfeld bemerkte, irgendetwas stimmte in letzter Zeit nicht mit der Wirklichkeit.
Nicht nur dass sein rechtes Auge schon den ganzen Morgen hinter der Sonnebrille wie wild zuckte, nein, da war noch etwas anderes.
Knappfeld stieg aus dem Wagen aus und brüllte im weitergehen “Stegmeier, was ist da jetzt schon wieder los? Alle sind bester Partylaune, aber die Scheisskunden zicken wieder rum. Gehen sie doch mal Nachsehen.”
Stegmeier nickte, nahm den letzten Schluck Latte Macchiato und packte seinen Gummiknüppel. Dann marschierte er los.
Frank Sargnagel (41, Seniorconsultant bei KPMG, 95.000 Euro Brutto + Erfolgsbonus, 2 Kinder, Einfamilienhaus, Darmkrebs von dem er nichts weiß ) war die ganze Fahrt über still geblieben, doch jetzt da Stegmeier weg war, meldete er sich zu Wort “Herr Knappfeld, eine Anmerkung. Ich meine, … Sie wissen wir sind auf der gleichen Seite und alles hat ja seine Richtigkeit, nicht dass sie mich falsch verstehen… “.
“Sargnagel komm zur Sache” unterbrach Knappfeld ihn kühl, Sargnagel nickte.
“Also ich frage mich halt manchmal ob die 2 Billionen die wir ihnen abgeknöpft haben, nicht eventuell doch etwas viel waren…”
Knappfeld blickte Sargnagel für einige Sekunden stumm an. Seine rechtes Auge begann wieder hinter der Sonnenbrille zu zucken, heftiger als zuvor. Er versucht das zu ignorieren, ließ sich natürlich nichts anmerken.
“Sargnagel?”
“Ja Herr Knappfeld?”
“Was hast du da im Arm?” fragte Knappfeld mit ruhiger Stimme.
“Mein Gummiboot, Herr Knappfeld.”
“Und woher hast du das, Sargnagel?” … es entstand eine kurze Pause, Sargnagel dachte nach, natürlich wusste er worauf Knappfeld hinauswollte. Dann antwortete er langsam mit einem versöhnlichen Lächeln. “Von … ihnen Herr Knappfeld…”.
Knappfeld lächelte, drehte sich wortlos um und ging in die Firmenzentrale.
Sargnagel drückte das Gummiboot fest an sich und folgte seinem Auftraggeber.
Eine halbe Stunde später telefonierten Stegmeier und Knappfeld über Handy.
“Die Kunden scheinen ziemlich ängstlich und völlig verunsichert. Ich habe mit einigen gesprochen. Sie haben mir alle versichert sie würden sich über die positiven Frühindikatoren genauso freuen wie wir, aber sie wären sich trotzdem nicht sicher.”
“Sicher mit was?” schnauzte Knappfeld barsch in sein Iphone.
“Das wussten sie selber nicht so genau… sie seien eben völlig verunsichert und wüssten nicht ob Shopping wirklich immer die beste Lösung sei.” antwortete Stegmeier ratlos.
“Das versteh ich jetzt nicht.” antwortete Knappfeld mit einem etwas konstanierten Unterton.
“Shopping nicht die beste Lösung… was ist das denn für eine gequirlte Scheisse … wie meinen die das denn… was um Himmelswillen sollen diese minderbemittelten Trottel denn sonst den ganzen Tag machen?”
“Also ich weiß es doch auch nicht Chef. Bin da genauso ratlos.”
Knappfeld beendete das Gespräch kommentarlos und wählte erneut.
“Frau Schniegen, geben Sie mir mal unseren Lobbyisten in Berlin und danach die Marketingabteilung. Und zwar etwas zügig bitte.”
commercial
August 5th, 2009eva van der leyen war so stolz
August 4th, 2009
eva war verdammt stolz auf sich. gut, sie war nie die hellste und das wusste sie insgeheim natürlich auch. in der schule wurde sie immer “die doofe uschi” genannt, das war nicht sehr lustig und tat schon etwas weh. sie erinnerte sich nicht sehr gerne daran.
aber jetzt war sie familienministerin. wenn sie nun noch jemand “doofe uschi” nennen würde gäbe es aber mächtigen ärger.
glücklicherweise war sie auch noch rechtzeitig der cdu beigetreten und nicht den dämlichen sozialdemokraten. “bei der spd sind die leute ja immer sehr kritisch” dachte sie sich “aber als cdu-ministerin für familie kann man machen was man will, und kein schwein interessiert sich dafür.” gluckste sie in ihr mikrofon.
und genau das tat sie auch.
es war mal wieder ein super abend, auch wenn sie, wie so oft, völlig allein war. aber sie hatte sich daran gewöhnt von allen nur belächelt zu werden. das machte ihr schon gar nichts mehr aus. wenn es aber mal wieder zu schlimm werden würde mit der einsamkeit, dann würde sie einfach noch ein baby machen. schliesslich war sie familien- und karriereministerin, eine echte powerfrau eben.
heute abend aber war mal wieder etwas besonderes geplant. sie hatte sich in dem rechenzentrum eingeschlossen in dem sich auch das internet befand, ein bka-mann hatte es ihr gezeigt.
sie fühlte sich unbehaglich inmitten dieser perversencommunity, es war an der zeit hier mal richtig aufzuräumen. dafür braucht es eine frau mit prinzipien, das war ihr bewusst. sie musste stark sein.
doch sie war hier um sich etwas entspannung zu gönnen. heute wollte sie sich verwöhnen.
und so nahm sie etwas nervös, aber auch leicht erregt vor dem mikrofon platz. in ihrere fantasie ließ sie den film ablaufen den sie schon so gut kannte und der ihr stets so große freude bereitete.
… kalte bunkerwände, draußen dumpfer kriegslärm, der russe hatte berlin fast eingenommen, es herrscht eine düstere stimmung im führerbunker. selbst blondi spürte den aufziehenden ärger. doch für ursula ist es der schönste moment ihres lebens. mit großen augen blickt sie zu dem ausgeschnittene führerportrait auf. sie schluckt einmal, atmetet tief durch. dann ruft sie freudig erregt ins mikrofon. “adolf, liebster führer, willst du mich eva heiraten.” hallte es in ohrenbetäubender lautstärke über die 50.000 watt-anlage, die sie hatte bereitstellen lassen.
doch es war immer das gleiche. kurz bevor sie endlich zum orgasmus kommen würde, fiel ihr wie jedesmal diese verdammte fliegerbombe der amerikaner auf den kopf.
“wie damals in der schule” dachte sie.
heute nur zwei links
July 31st, 2009hier die beschreibung eines problems
desktopmac28072009
July 28th, 2009
baahbaahbanküberfall
July 28th, 2009

… die gauner sind immer und überall…
maskenball im kanzleramt
July 27th, 2009
nach der buchpräsentation waren gerhard und angela noch mal schnell ins kanzleramt rüber geflogen.
zur feier des tages macht angela ein paar flaschen bier auf und bot dem altkanzler eine cohiba an.
schon nach der 15. flasche war die stimmung richtig locker und entspannt. die zunge wurde beiden etwas schwer. gerhard war eigentlich nur noch wodka gewohnt und musste sich von der klimakanzlerin auf dem weg zur toilette stützen lassen.
während der alkanzler auf dem klo zugange war, setzte angela sich die neue wiedeking-maske auf.
als gerhard vom klo zurück kam und angela unvermittelt mit der maske vor ihm stand, stoppte er abrupt, wankte leicht, schielte etwas erstaunt in ihre richtung “wieiieideking, alller gauner wie kommsd su denn hier her…”.
angela gröhlte los und mit den worten “abba gerhard ich binns doch … ” gab sie sich zu erkennen. beide begannen laut zu lachen.
nach dem sie wieder platzgenommen hatten, spielten sie eine runde aufsichtsratssitzung bei porsche.
“hasse du mal feuer wiedeking?” lallte gerhard.
“klar gerhard” antwortete die klimakanzlerin mit verstellter, tiefer stimme und zündete sich ein bündel hunderter an.
gerhard paffte die zigarre an, zog genüsslich und lehnte sich zurück “sag mal angela, woher hast du denn jetzt das ganze spielgeld?”.
die klimakanzlerin lehnte sich vor und blickte dem altkanzler ernst in die augen. nach einer kurzen pause flüsterte sie ein wort “sofin.”
wieder gröhlten und johlten beide lautstark los.
es war eine laue sommernacht und da die fenster im kanzleramt weit offenstanden war das lachen bis hinüber zum prenzlauer berg und nach kreuzberg zu hören. ein paar besorgte bürger erwachten kurz aus einem unruhigen schlaf. einige von ihnen wunderten sich für einen ganz kurzen moment, wer denn wohl so spät noch am feiern sein könnte.
die situation war für alle nicht einfach
July 25th, 2009
auch die geschäftsleitung hatte es in dieser situation nicht leicht. thorsten, pia und kai wussten das natürlich.
über 95% der belegschaft mussten sie aufgrund der schwierigen absatzlage am weltmarkt entlassen, um das unternehmen durch die krise zu bringen.
aber allen war klar, mit vereinten kräften und einer positiven grundeinstellung würde man auch diese neue herausforderung meistern. teamgeist war in dieser situation mehr denn je gefragt. von daher war es allen eigentlich ganz recht als die anweisung von oben kam.
“vereehrte kolleginnen und kollegen, sie alle leisten außergewöhnliches, doch die verantwortung für unser unternehmen endet auch am feierabend nicht. die krise erfordert von uns allen den maximalen einsatz. nur wer bereit ist auch in schwierigen zeiten 110% zu geben, kann später die ernte einfahren. aus diesem grunde möchten wir sie noch einmal daran erinneren, den kunden und anderen mitarbeitern auch in schwierigsten situationen stets mit einem freundlichen lächeln zu begegnen.”
während thorsten mit der situation einigermaßen zurecht kam, wurden kai und pias gesichtsmuskeln in den letzten tagen verstärkt von krämpfen und unkontrollierbaren zuckungen geplagt.
zur motivationssteigerung hatte man überall im büro boxen aufgestellt, aus diesen schallte wieder einmal in ohrenbeteubender lautstärke die live-version des abba-klassikers “the winner takes it all.“
jetzt bloß nicht hysterisch werden, schrie thorsten gegen den lärm an. pia und kai lächelten.
die neue strategie
July 23rd, 2009natürlich waren alle zuerst skeptisch als es hieß karl theodor würde die neue strategie für den onlinewahlkampf 2009 vorstellen.
annette raunzte der klimakanzlerin zu “onlineinternet? hat der denn davon ahnung, angie?”. “ahnung? diese flachpfeife? ich bitte dich. der kann einen laptop nicht von nem dax-konzern unterscheiden. aber er schaut immer so ernst und intelligent und wirkt dabei so jungdynamisch. das sind echte kernkompetenzen, sowas gibts heute ja auch nicht mehr all zu oft.” antwortete angela, seufzte und beobachtete dabei ihren kriegsminister beim telefonieren mit kunduz.
“also meine damen und herren” begann karl theodor von und zu gutenberg “wie bereits angekündigt habe ich mir ein paar gedanken über unsere onlinestrategie gemacht. das wird ja zunehmend wichtiger um die jungen community-bewohner zu erreichen und dort abzuholen. auch wenn die meisten dieser wähler ja leider recht unterbelichtet sind.”
“sind sie das nicht alle?!” unterbrach angela und lachte lautstark auf, alle außer ursula stimmten in das gelächter ein.
“pädokriminelle verbrecher sind das!” schrie ursula dazwischen. “unfassbare perverse mit hang zu brutalstem kinderfoltersex und noch schlimmeren. ich halte das für einen schweren fehler, angela”.
die blicke richteten sich auf ursula van der leyen, die mit verbissenem blick und stolzgeschwellter brust in der ecke stand. “ach halt doch dein dummes maul, ursula.” rief brigitte lakonisch.

karl theodor kam etwas aus dem konzept “also, meine damen, wenn ich um ruhe bitten dürfte…” kam jedoch nicht weit, denn ursula unterbrach ihn mit einem lauten “ich rede wann ich will, online-arschloch! schliesslich habe ich 6 kinder auf die welt gebracht und mache karriere.”
die runde verdrehte genervt die augen “geht das jetzt wieder los, ursula?” warf die kanzlerin ein. ursula blickte die klimakanzlerin mit eiskaltem blick an, schwieg aber. “karl theodor, wenn du bitte fort fahren würdest.” sprach die klimakanzlerin etwas entnervt.
“sehr gerne.” karl theodor räusperte sich kurz “also unsere onlinestrategie … ich habe mir dazu diesen laptop besorgt.” karl theodor präsentiert das gerät “und ihn auch gleich ans internet anschliessen lassen.” er blickte stolz in die runde.
“ich habe dann auch sofort mit dem recherchieren begonnen. was allerdings seltsam war, ich konnte praktisch keine seite aufrufen. immer wenn ich etwas gesucht habe, kam danach eine seite mit einem stopschild.”
die runde blickte sich peinlich berührt an, betretene blicke wanderten zu ursula, dann zu brigitte, dann zur klimakanzlerin.
jung telefonierte “ja, panzer… ja… ja immer drauf halten. ach der taliban ist ein arsch. keine sorge um diese primitiven untermenschen. macht die mal richtig platt. die sollen da unten mal sehen was deutsche wertarbeit ist. … letztlich ist das auch noch gut für den export… ja… hahahah.“
ansonsten schweigen im raum.
“ähm. ja karl theodor. das ist ja seltsam… aber … und wie gehts weiter?”
der wirtschaftsminister blickte dramatisch in die runde, “davon habe ich mich natürlich nicht abschrecken lassen” sprach er, erhob sich ging zur rückwand des raums und zog die vorhänge zur seite. nach einer kurzen pause fuhr er fort. “da bin ich natürlich sofort mit all meinen akten in den flieger gestiegen und habe diese papierrollen bestellt. 1000 tonnen, insgesamt 100 km.” “ja und?” fragte die klimakanzlerin wenig beeindruckt.
“da drucken wir die onlinecommunities im internet jetzt alle drauf. also dieses twitter und facebook, studivz, google und youtube und wie das eben alles heißt in der community.”
karl theodor blickte ernst in die runde. niemand reagiert, unbeirrt fuhr er fort “das verteilen wir dann in ganz deutschland. praktikanten gibts genug, die sind doch froh wenn sie überhaupt arbeiten dürfen.” annette nickte zustimmend.
es entstand eine längere pause, niemand wusste so richtig etwas zu sagen.
“mein gott das ist ja wie bei opel.” flüsterte brigitte.
die anderen überhörten den kommentar.
dann sprach die kanzlerin ihr machtwort “ja. also ich finde das klingt doch schon mal ganz gut. ich würde vorschlagen wir machen das so.” über karl theodors ernstes gesicht huschte ein lächeln.
“ich muss jetzt aber auch los” sprach angela weiter “mittagessen mit dem alten fettsack. das trifft sich aber ganz gut, da kann ich mit dem gleich mal über die finanzierung sprechen. der wolfgang sagt es gäbe keine koffer mehr in lichtenstein. aber ich persönlich glaube das unserem werten herrn innenminister ja nicht.”
die klimakanzlerin stand auf und ging richtung tür, drehte sich noch einmal kurz um “karl theodor, du regelst das bitte alles, ja.” “selbstverständlich angela” strahlte karl theodor.
während ursula noch überlegte wie sie die kinder vor diesen gräßlichen papierbergen schützen könnte, setzte der kriegsminister sein telefonat fort “ja… onlinewahlkampf … hahahah… ja das wird ne ganz tolle nummer…. klar können wir da auch die bundeswehr einbeziehen… twitter?… ja natürlich wenn sie meinen. ich twitter ihnen das gerne … wichtig ist nur, dass sie da unten alles platt machen. es geht um die sicherheit deutschlands… ach. ja… das wissen sie ja…. hahahhaha.“
auf einmal fiel brigitte ein, dass sie doch eigentlich sozialdemokratin ist. schnell verliess sie den raum. hatte ja auch zum glück sonst niemand bemerkt.
es lief mal wieder wie geschmiert
July 22nd, 2009
sascha lobo war hoch zufrieden mit sich und dem ergebnis. die show lief super und der ausgehandelte beratervertrag würde ihm die neue villa im tessin komplett finanzieren.
die beiden trottel hatten den ganzen 2.0-unsin voll geschluckt und wollten jetzt auch unbedingt flagge zeigen. während er sich noch insgeheim darüber wunderte, wie es ihm nur gelungen war, den beiden die roten jackets aufzuschwatzen, wurde die heuschrecke serviert. eine junge, attrakive sozialdemokratin brachte das zuvor beteubte tier auf die bühne. müntes große stunde war gekommen.
auf lobos signal hin kam der entscheidende tweet rein “herr müntefering, vielen dank dass sie sich die kostbare zeit für uns kleine bürger nehmen. eine bescheide frage bitte: wie werden sie uns, den kleinen mann und die kleine frau
vor dem entfesselten raubtiercasinokapitalismus schützen?”
münte lächelte selbstsicher ins publikum. “das kann ich ihnen sagen. zum einen werden ich und frank walter steinmeier von nun an immer diese rote jackets tragen und zum anderen … ” münte legte eine kurze pause ein, griff sich die heuschrecke und berührte dabei wie zufällig die brust der jungen sozialdemokratin “… sehen sie sich diese heuschrecke an!” er hob das tier empor, führte es entschlossen zum mund, biß ihm den kopf ab, schluckte ihn runter und schob den rumpf des tieres hinterher. dann blickte er, so cool wie es ihm mit einer heuschrecke im mund eben möglich war, ins publikum.
die leute brauchten einen kurzen moment um zu realisieren was gerade geschehen war. erhoben sich dann aber von den stühlen und begann zu applaudieren, stehende ovationen folgten. sprechchöre setzten ein “münte-münte-münte-s-p-d”
steinmeier beobachtete das schauspiel völlig entgeistert. warum nur war er nicht beim geheimdienst geblieben, fragte er sich. eigentlich war es da doch immer ganz nett. da konnte er von morgens bis abends machen was er wollte. vor allem konnte er dort - und das war ihm eigentlich immer das wichtigste - wann immer es ihm gefiel, die lustigen bunten anzüge tragen. in diesem moment bereute er seine entscheidung zutiefst.
eventuell sollte er nach der wahl ganz einfach zurück kehren.
um lobo, dieses aufgeblasene pr2.0-würstchen würde er sich als erstes kümmern. etwas waterboarding in guantanamo, das wäre das richtige für diesen kleinen wichser, dachte steinmeier. er blickte schief zu lobo rüber, nickte kaum merklich in seine richtung und lächelte. lobo grinste stolz zurück und zwinkerte dem kanzlerkandidaten der spd verschwörerisch zu.
lisa war überglücklich
July 21st, 2009
lisa war überglücklich. sie wusste genau, sie hatte alles richtig gemacht. das studium an einer der besten universitäten des landes in rekordzeit durchgezogen, dazu zahlreiche praktikas bei den renommiertesten wirtschaftskanzleien der welt und mehrere auslandssemester - unter anderem in harvard und cambridge! in der verbliebenden knappen freizeit hatte sie spenden für die hungernden negerkinder im sudan gesammelt und verschiedenen charity-events organisiert, außerdem aß sie aus prinzip nichts was augen hat. körperlich war sie in topform, zum beweis hatte sie ihre cheerleaderpokale unauffällig auf dem tisch drapiert.
jetzt musste sie nur noch warten bis der geile phil ihren vertrag mit dem topgehalt in der personalabteilung für sie durchgeboxte hatte und dann konnte ihre karriere richtig losgehen. sie fühlte sich jetzt schon fast heimisch bei swith, swith & partners und freute sich auf die bevorstehenden fusionsverhandlungen mit fuckers inc bei denen sie teilhaben würde. sogar einen kugelschreiber und einen gummibaum hatten sie schon für sie bereit gestellt. es war toll.
einzig die kleine kiste mit dem fragezeichen auf dem tisch irritierte sie etwas. je länger sie drauf starte, desto stärker überkam sie das gefühl irgendetwas übersehen zu haben. auf einmal musste sie furzen.
latte macchiato is alle
July 20th, 2009
brenzlig wurde die situation eigentlich erst als einige von ihnen nach dem shoppen verwundert feststellten, dass der latte macchiato alle war. es dauerte etwas bis die menschen aus ihrem schockzustand erwachten. aber als dann zunehmend klar wurde, in welcher ausweglosen situation sie sich befanden, flippten sie völlig aus. ein leben ohne latte macchiato, das war doch kein leben. dafür sollten sie hängen, die verdammten sozialdemokraten!
ein wunderbarer tag für hans
July 20th, 2009
was für ein tag!
hans war überglücklich. nach all den anstrengenden jahren bei der hypo real estate war es endlich soweit, horst schenkte ihm zur belohnung auch so ein tolles buntes jackett. “hier hast du dein tolles buntes jacket für deine hervorragenden dienste. es ist so ähnlich wie jenes, das ich vom iwf bekommen habe.” sagte horst mit seinem lausbubengrinsen, das alle so liebten. dann fuhr er fort “auch du hast als stütze unserer gesellschaft großes geleistet und deswegen denk immer dran lieber hans: ehrlich arbeit muss auch ordentlich belohnt werden.”
beide blickten sehr ernst als sie in ihren bunten jackets davon fuhren.